Referent_Innen

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Valentin Groebner

Valentin Groebner, geboren am 9. Mai 1962 in Wien. Studium in Wien, Marburg und Hamburg; Promotion 1991 in Bielefeld. 1991 bis 1998 Assistent am Historischen Seminar der Universität Basel, Habilitation 1998 an der Universität Basel. 1999/2000 Visiting Professor am Department of History of Art an der Harvard University; Frühjahr 2001 professeur invité an der Ecole des Hautes Etudes en Sciences Sociales in Paris; 2002-2003 Lehraufträge an den Universitäten Basel und Zürich. Seit März 2004 Professor für Geschichte des Mittelalters und der Renaissance an der Universität Luzern.

Mitherausgeber der Publikationsreihe „Sonderdruck“ (seit 2015). 1996/97 Fellow am Berliner Wissenschaftskolleg; 2001 Fellow am Max Planck- Institut für Wissenschaftsgeschichte Berlin; 2014 Fellow bei der Kollegforschergruppe „Bild/Evidenz“ an der FU Berlin.

Ich verstehe mich als Autor und Hochschullehrer. Beides ist eng miteinander verbunden, ich entwickle meine Bücher in meinen Lehrveranstaltungen und lerne von meinen Studierenden und Mitarbeitern. Unter anderem: „Ungestalten. Die visuelle Kultur der Gewalt am Ende des Mittelalters“, München 2003; „Der Schein der Person. Steckbrief, Ausweis und Kontrolle im Mittelalter“ (München 2004) und „Das Mittelalter hört nicht auf. Über historisches Erzählen“ (München 2008); „Ich-Plakate“ (Frankfurt/m. 2015), „Retroland. Tourismus, Geschichte und die Sehnsucht nach dem Authentischen“ (Frankfurt/M. 2018), „Wer redet von der Reinheit?“ (Wien 2019) und zuletzt „Ferienmüde. Als das Reisen nicht mehr geholfen hat“ (Göttingen/Konstanz 2020). Im Herbst 2021 erscheint bei S. Fischer: „Bin ich das? Eine kurze Geschichte der Selbstauskunft“.

VITA

    • 2021


      THEMA
      Die Pandemie gerät zum Stresstest – nicht nur für das Individuum, sondern auch für das politische System. Grundrechte werden eingeschränkt, Gesetze zu Verordnungen verkürzt. Die Regierung inszeniert sich als effizienter Krisenmanager, der aus wissenschaftlichen Erkenntnissen alternativlose Konsequenzen zieht. Grenzüberschreitend werden angesichts der viralen Bedrohung Rückfälle in autoritär anmutendes Staatshandeln und überwunden geglaubten Nationalismus sichtbar. Bleibt den Bürger*innen derweil nur noch Angst und Ohnmacht, wenn Experten das Sagen haben? Welche Langzeitfolgen wird der fortgesetzte Lockdown haben – psychisch und politisch? Was wird aus individueller Freiheit, wechselseitigem Vertrauen und staatsbürgerlicher Souveränität? Wie verändert sich das Verhältnis von Staat, Wissenschaft und Gesellschaft? Wie kann die Zivilgesellschaft wieder zum Ort einer kritischen Öffentlichkeit werden? Wieviel Vertrauen müssen wir dem staatlichen Handeln und wissenschaftlicher Wahrheit gegenüber aufbringen; wie sehr können wir es in Frage stellen – ohne haltlosem Verschwörungsglauben in die Hände zu spielen? In Krisenzeiten werden die Grenzen und Möglichkeiten des Politischen neu bestimmt – mit welchen Risiken und Nebenwirkungen? Das fragen die Römerberggespräche im Superwahljahr 2021 und vier Monate vor der Bundestagswahl.
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