Ina Hartwig (* 11. Juli 1963 in Hamburg) ist eine deutsche Autorin, Literaturkritikerin und Politikerin. Seit Juli 2016 ist sie Dezernentin für Kultur und Wissenschaft der Stadt Frankfurt am Main. Nach ihren ersten sechs Lebensjahren in und bei Hamburg verbrachte Hartwig ihre Schulzeit in Lüneburg. Nach dem Abitur 1983 am Gymnasium Oedeme studierte sie Romanistik und Germanistik in Avignon und an der Freien Universität Berlin und wurde an der Universität-Gesamthochschule Essen mit einer vergleichenden Arbeit über Proust, Musil, Genet und Jelinek 1998 zur Dr. phil. promoviert. Nach einer Lehrtätigkeit an der FU Berlin zog sie 1997 nach Frankfurt am Main und wurde Redakteurin der Frankfurter Rundschau, ab 1999 verantwortlich für Literatur. Von 2002 bis 2005 war sie zusammen mit Tilman Spengler Herausgeberin der Zeitschrift Kursbuch. Sie hatte Gastprofessuren für Literaturkritik in St. Louis, USA (2002), Göttingen (2007/08) und am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig (2014/15) inne. 2015/16 war sie Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin.
-
-
2021
THEMADie Pandemie gerät zum Stresstest – nicht nur für das Individuum, sondern auch für das politische System. Grundrechte werden eingeschränkt, Gesetze zu Verordnungen verkürzt. Die Regierung inszeniert sich als effizienter Krisenmanager, der aus wissenschaftlichen Erkenntnissen alternativlose Konsequenzen zieht. Grenzüberschreitend werden angesichts der viralen Bedrohung Rückfälle in autoritär anmutendes Staatshandeln und überwunden geglaubten Nationalismus sichtbar. Bleibt den Bürger*innen derweil nur noch Angst und Ohnmacht, wenn Experten das Sagen haben? Welche Langzeitfolgen wird der fortgesetzte Lockdown haben – psychisch und politisch? Was wird aus individueller Freiheit, wechselseitigem Vertrauen und staatsbürgerlicher Souveränität? Wie verändert sich das Verhältnis von Staat, Wissenschaft und Gesellschaft? Wie kann die Zivilgesellschaft wieder zum Ort einer kritischen Öffentlichkeit werden? Wieviel Vertrauen müssen wir dem staatlichen Handeln und wissenschaftlicher Wahrheit gegenüber aufbringen; wie sehr können wir es in Frage stellen – ohne haltlosem Verschwörungsglauben in die Hände zu spielen? In Krisenzeiten werden die Grenzen und Möglichkeiten des Politischen neu bestimmt – mit welchen Risiken und Nebenwirkungen? Das fragen die Römerberggespräche im Superwahljahr 2021 und vier Monate vor der Bundestagswahl.
-