Referent_Innen

REFERENT_IN

Stefan Kadelbach

Geboren 1959; 1979-84 Studium der Literatur- und Rechtswissenschaften in Tübingen und Frankfurt am Main; 1986 Hague Academy of International Law, 1987/88 University of Virginia; 1984-87 Referendariat; Promotion 1991 über das Thema „Zwingendes Völkerrecht“; Habilitation 1996, Thema der Habilitationsschrift: „Allgemeines Veraltungsrecht unter europäischem Einfluss“; 1996 Vertretung einer Professur an der Universität Bremen; 1997-2004 o. Professor für Öffentliches Recht, Völker- und Europarecht an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster; Gastprofessuren bzw. Vorlesungstätigkeit u.a. an der University of Virginia (1999), am Europäischen Hochschulinstitut Florenz (2000), am Institut für Staat und Recht der Russischen Akademie der Wissenschaften in Moskau (2002/03) und an der Chuo-Universität Tokio (2004). Seit 2004 an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Co-Direktor des Wilhelm Merton-Zentrums für europäische Integration und internationale Wirtschaftsordnung; Mitglied des Exzellenzclusters 243 „Normative Ordnungen“; 2014-2016 Rapporteur, seit 2017 Co-Chairman des Human Rights Committee der International Law Association; Mitglied des Rates der Deutschen Vereinigung für Internationales Recht.

Arbeitsgebiete: Verfassungs-, Europa- und Völkerrecht mit den Schwerpunkten Außenstaatsrecht, Föderalismus und Mehrebenensysteme; institutionelles Europarecht; Menschenrechte; allgemeines Völkerrecht.

VITA

    • 2022


      THEMA
      Der 24. Februar 2022 bedeutet für Europa ein böses Erwachen. Bisherige außenpolitische Normen und diplomatische Regeln wurden durch den das Völkerrecht verhöhnenden russischen Überfall auf die territoriale Integrität eines freien Landes in ihren Grundfesten erschüttert, nicht zuletzt ein traditionell verankerter Pazifismus. Zahllose Menschen, aber auch bisherige Gewissheiten sind unter der Kriegsmaschinerie Putins begraben worden. Der Angriff auf die Ukraine hat die Vorstellung einer auf Kooperation gegründeten globalen Ordnung erschüttert. Der Westen sieht sich über Nacht mit geostrategischen Ambitionen konfrontiert, bei denen Russland von Atommächten wie China und Indien Rückendeckung erhält. Putins Krieg zielt nicht nur auf die Ukraine, sondern auch auf die Stabilität und den inneren Frieden westlicher Demokratien. Die offenen Gesellschaften werden beweisen müssen, dass sie der militärischen und geistigen Mobilmachung ihrer Feinde gewachsen sind. Die mit dem Fall der Mauer entstandene Hoffnung auf ewigen Frieden in Europa scheint als Illusion entlarvt worden zu sein. Worauf werden wir uns in Zukunft überhaupt noch verlassen können? Was sollen wir tun? Was dürfen wir hoffen? Moderation Hadija Haruna-Oelker und Alf Mentzer
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