Sasha Marianna Salzmann ist Roman- und Theaterautor:in, Essayist:in, Kurator:in und war Mitbegründer:in des Kultur- und Gesellschaftsmagazins „freitext“ und Leiter:in des STUDIO Я am Gorki Theater Berlin. Sasha Salzmanns Theaterarbeiten sind in über 20 Sprachen übersetzt und unter anderem mit dem Kunstpreis für Darstellende Kunst der Akademie der Künste 2020 ausgezeichnet. Salzmanns Romandebüt „Außer sich“ (Suhrkamp) ist in 16 Sprachen übersetzt, der zweite Roman „Im Menschen muss alles herrlich sein“ erschien im Herbst 2021. Beide Romane waren nominiert für den Deutschen Buchpreis.
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2021
THEMAGender-Sternchen und Binnen-I und diskriminierende Begriffe – um nichts wird derzeit so leidenschaftlich gestritten wie über die richtige Sprachverwendung. Gerechtigkeitsempfinden steht dabei gegen Sprachgefühl. Die einen wollen inklusiver und diskriminierungsfreier sprechen, die anderen fühlen sich zu phonetischen Verrenkungen genötigt. Während für die einen Sprache der Hort historischer und gesellschaftlicher Ungerechtigkeiten ist, fühlen andere sich durch die Inflation immer neuer Sprachnormen bevormundet und überfordert. Gender-Sprache gilt mancherorts inzwischen als Herrschaftssprache eines gut gebildeten Milieus, an dem nicht alle teilhaben. Während auf der anderen Seite Non-binäre und Trans-Menschen damit um gesellschaftliche Sichtbarkeit ringen. Schon macht die Behauptung von einer „Sprachdiktatur“ die Runde. Es geht hier offenbar um mehr als nur um die korrekte Wortendung. Worum geht es hier eigentlich und wer bestimmt, wie wir reden sollen?
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