Referent_Innen

REFERENT_IN

Romy Jaster

Romy Jaster ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Theoretische Philosophie an der Humboldt-Universität. Sie forscht in der Metaphysik zu den Themen Fähigkeiten, Dispositionen & Willensfreiheit und in der angewandten Erkenntnistheorie zu Fake News, Verschwörungstheorien und Bullshit. Als öffentliche Philosophin äußert sie sich vor allem zu erkenntnis-, diskurs- und argumentationstheoretischen Fragen, insbesondere im Zusammenhang mit Meinungsverschiedenheiten, Polarisierung und gesellschaftlichem Zusammenhalt.Nach einem Studium an der Universität Bielefeld und der Humboldt-Universität hat sie 2016 an der Humboldt-Universität mit einer Arbeit über Fähigkeiten promoviert. Seit Januar 2019 ist sie Geschäftsführerin der Gesellschaft für analytische Philosophie (GAP). Sie ist Mit-Initiatorin der von der GAP und DGPhil gemeinsam betriebenen AG „Philosophie & Öffentlichkeit“ und mitverantwortlich für die Plattform „PhilPublica“. Sie ist assoziiertes Mitglied der KFG „Menschliche Fähigkeiten“, des VW-Projekts „Why Do People Believe Weird Things – The Bayesian Brain, Conspiracy Theories, and Epistemic Vices“ und des DFG-Netzwerks „Argumentieren in der Schule“. Gemeinsam mit David Lanius betreibt sie das Forum für Streitkultur, das sich mit der Frage beschäftigt, wie der öffentliche Diskurs vor dem Hintergrund der beobachtbaren gesellschaftlichen Polarisierungstendenzen verbessert werden kann.

VITA

    • 2021


      THEMA
      Die Pandemie gerät zum Stresstest – nicht nur für das Individuum, sondern auch für das politische System. Grundrechte werden eingeschränkt, Gesetze zu Verordnungen verkürzt. Die Regierung inszeniert sich als effizienter Krisenmanager, der aus wissenschaftlichen Erkenntnissen alternativlose Konsequenzen zieht. Grenzüberschreitend werden angesichts der viralen Bedrohung Rückfälle in autoritär anmutendes Staatshandeln und überwunden geglaubten Nationalismus sichtbar. Bleibt den Bürger*innen derweil nur noch Angst und Ohnmacht, wenn Experten das Sagen haben? Welche Langzeitfolgen wird der fortgesetzte Lockdown haben – psychisch und politisch? Was wird aus individueller Freiheit, wechselseitigem Vertrauen und staatsbürgerlicher Souveränität? Wie verändert sich das Verhältnis von Staat, Wissenschaft und Gesellschaft? Wie kann die Zivilgesellschaft wieder zum Ort einer kritischen Öffentlichkeit werden? Wieviel Vertrauen müssen wir dem staatlichen Handeln und wissenschaftlicher Wahrheit gegenüber aufbringen; wie sehr können wir es in Frage stellen – ohne haltlosem Verschwörungsglauben in die Hände zu spielen? In Krisenzeiten werden die Grenzen und Möglichkeiten des Politischen neu bestimmt – mit welchen Risiken und Nebenwirkungen? Das fragen die Römerberggespräche im Superwahljahr 2021 und vier Monate vor der Bundestagswahl.
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