1970 in Hamburg geboren, studierte Philosophie, Geschichte und Judaistik in Wien und Oxford. Der promovierte Historiker lebte und arbeitete in London und Paris als Autor und Journalist, seit 2006 in Wien. International bekannt wurde er mit seinen mehrfach ausgezeichneten Sachbüchern über die Aufklärung, den Ersten Weltkrieg und die Zwischenkriegszeit. Daneben verfasste er mehrere Romane. Radiohörern ist Blom als Moderator der Ö1-Diskussionssendung „Von Tag zu Tag“ bekannt. Publikationen u.a.: Bei Sturm am Meer, Wien 2016; Die zerrissenen Jahre. 1918–1938, München 2014; Böse Philosophen. Ein Salon in Paris und das vergessene Erbe der Aufklärung, München 2011; Der taumelnde Kontinent. Europa 1900–1914, München 2009.1970 in Hamburg geboren, studierte Philosophie, Geschichte und Judaistik in Wien und Oxford. Der promovierte Historiker lebte und arbeitete in London und Paris als Autor und Journalist, seit 2006 in Wien. International bekannt wurde er mit seinen mehrfach ausgezeichneten Sachbüchern über die Aufklärung, den Ersten Weltkrieg und die Zwischenkriegszeit. Daneben verfasste er mehrere Romane. Radiohörern ist Blom als Moderator der Ö1-Diskussionssendung „Von Tag zu Tag“ bekannt. Publikationen u.a.: Bei Sturm am Meer, Wien 2016; Die zerrissenen Jahre. 1918–1938, München 2014; Böse Philosophen. Ein Salon in Paris und das vergessene Erbe der Aufklärung, München 2011; Der taumelnde Kontinent. Europa 1900–1914, München 2009.
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2016
THEMAIn Europa wächst derzeit das Bestreben, das Eigene zu definieren und das heißt: sich abzugrenzen. Grenzzäune sind wieder an den Staatsgrenzen errichtet worden. Gesellschaftliche Gruppen stecken ihre Terrains und Claims auf der Suche nach sozialen, kulturellen und religiösen Eigenheiten immer entschiedener, nicht zuletzt aggressiver ab. Nachdem auch staatliche Obergrenzen für Flüchtlinge heftig diskutiert werden, steht die Frage im Raum, wo die inneren Grenzen der offenen Gesellschaft sind. Die Diskussionen um Burka-Verbote, die Verweigerung von Handschlägen zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen: All das zeigt, begleitet von öffentlicher Empörung, eine nervöse Verunsicherung über die eigene Identität. Was gehört noch unverzichtbar zum gesellschaftlichen, zum kulturellen und religiösen, nicht zuletzt zum nationalen Selbstverständnis? Wo liegt die Grenze, hinter der das Eigene sich auflöst und das Fremde beginnt? Worauf spekuliert ein völkisches Identitätskonzept, das populistische Parteien in ganz Europa derzeit so erfolgreich propagieren, in einer globalisierten Welt? Die Römerberggespräche wollen in Erfahrung bringen, wie mit individuellen Verunsicherungen und einem allgemeinen Unbehagen umgegangen werden kann? Was sagen uns diese Identitätskonflikte über unsere Gesellschaft? Welche Formen der Identität gibt es in einer pluralistischen Gesellschaft? Und wie soll ein liberaler Rechtsstaat mit den Herausforderungen gelebter und beanspruchter Mannigfaltigkeit umgehen? Wieviel Vielfalt können wir ertragen, wieviel Einheit müssen wir fordern, und was darf an wechselseitiger Integration verlangt werden?
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