ist seit 2010 Professor für Vergleichende Politische Ökonomie an der Universität Bremen mit vorherigen Professuren an den Universitäten Konstanz und Heidelberg. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der vergleichenden Wohlfahrtsstaatsforschung, des deutschen politischen Systems, und der Politischen Theorie. Er war 2014/15 Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin und 2017/18 am Kulturwissenschaftlichen Kolleg der Universität Konstanz und ist Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Zu seinen letzten Buchveröffentlichungen gehört die Studie „Die Politische Ökonomie des Populismus“ (Suhrkamp 2018) sowie der Sammelband „Welfare democracies and party politics: Explaining electoral dynamics in times of changing welfare capitalism“ (Oxford University Press 2018).
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2019
THEMANoch nie stand Europa so unter Beschuss wie jetzt. Wünsche nach einer Rückabwicklung der Integration stehen im Raum oder haben auch schon in einigen Mitgliedsstaaten der EU zu konkreten Schritten geführt. Die Kritik wird begleitet von ganz unterschiedlichen Einschätzungen über die Versäumnisse und Fehler, die in der Vergangenheit begangen wurden. Hinzukommt eine mehr oder weniger offen erklärte EU-Feindschaft durch weltpolitische Akteure wie Trump und Putin. Die Kräfte des Zusammenhalts scheinen demgegenüber am Schwinden, die Verteidigung der EU als politisches Projekt vergleichsweise schwach. Die europäische Integration hat viele Feinde, der Nationalismus ist in vielen Ländern Staatsdoktrin geworden, der Traum eines geeinten Europa hingegen kaum noch attraktiv.
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