Peter Graf von Kielmansegg geb. 1937; nach Studium der Rechtswissenschaft und der Geschichte an den Universitäten Bonn, Kiel, Tübingen und Oxford und einer Assistenzzeit bei Eugen Kogon in Darmstadt ab 1971 Professuren für Politikwissenschaft an den Universitätn Darmstadt, Köln und Mannheim; Emeriterung 2003; Gastprofessuren an der Georgetown University Washington D.C. und am Bologna Center der Johns Hopkins University; Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften.
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2021
THEMAGender-Sternchen und Binnen-I und diskriminierende Begriffe – um nichts wird derzeit so leidenschaftlich gestritten wie über die richtige Sprachverwendung. Gerechtigkeitsempfinden steht dabei gegen Sprachgefühl. Die einen wollen inklusiver und diskriminierungsfreier sprechen, die anderen fühlen sich zu phonetischen Verrenkungen genötigt. Während für die einen Sprache der Hort historischer und gesellschaftlicher Ungerechtigkeiten ist, fühlen andere sich durch die Inflation immer neuer Sprachnormen bevormundet und überfordert. Gender-Sprache gilt mancherorts inzwischen als Herrschaftssprache eines gut gebildeten Milieus, an dem nicht alle teilhaben. Während auf der anderen Seite Non-binäre und Trans-Menschen damit um gesellschaftliche Sichtbarkeit ringen. Schon macht die Behauptung von einer „Sprachdiktatur“ die Runde. Es geht hier offenbar um mehr als nur um die korrekte Wortendung. Worum geht es hier eigentlich und wer bestimmt, wie wir reden sollen?
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