Paula-Irene Villa Braslavsky, Prof. Dr. (paula.villa@lmu.de) Diplom-Soziologin, seit 2008 Lehrstuhlinhaberin Allgemeine Soziologie / Gender Studies am Institut f. Soziologie der LMU München. Sie hat an der Ruhr-Uni-Bochum und der Universidad de Buenos Aires SoWi/Soziologie studiert, in einem DFG Graduiertenkolleg promoviert und wurde 2007 an der Universität Hannover habilitiert. Sie hatte Gastdozenturen/-professuren u.a. an der Uni Innsbruck (A) und Fribourg (CH). Villa Braslavsky lehrt und forscht zu soziologischer Theorie und Geschlechtersoziologie, arbeitet empirisch zu den Themen Biopolitik (Körpersoziologie), Elternschaft, Care, Populärkultur / Cultural Studies und Gender & Science. In drittmittelgeförderten, z.T. internationalen Forschungsprojekten (DFG, Humboldt Stiftung, VW Stiftung, Bayerisches Staatsministerium f. Bildung/Kultus u.a.) befasst(e) sie sich u.a. mit Kosmetischer Chirurgie, Ernährung/Fitness, Gender und akademischen Karrieren sowie mit Care. Sie hat 11 Bücher verfasst bzw. herausgegeben und über 50 Artikel in Fachzeitschriften und Sammelbänden veröffentlicht. Aktuelles Buch: mit Sabine Hark (2017): „unterscheiden und herrschen. Ein Essay zu den ambivalenten Verflechtungen von Rassismus, Sexismus und Feminismus in der Gegenwart“, Juli 2020 englisch bei verso books, sowie Winter 2021 auf spanisch. Villa ist seit 2013 gewähltes Mitglied im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS), seit April 2021 deren Vorsitzende. Sie ist u.a. Vertrauensdozentin und Beirätin von ELES, dem Begabtenförderungswerk der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland sowie der Studienstiftung der Deutschen Volkes. Villa Braslavsky schreibt unregelmäßig im Feuilleton, und ist immer mal wieder im Radio und TV präsent (u.a. Deutschlandfunk, FAZ, taz, SZ, ARD, republik.ch, Washington Post, Freitag). Mit dem ‚gender salon‘ (Glockenbachwerkstatt München) vermittelt sie seit über 10 Jahren zwischen Wissenschaft, Pop und Öffentlichkeit. Villa Braslavsky hat 2 Kinder und lebt in München. www.gender.soziologie.uni-muenchen.de
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2021
THEMAGender-Sternchen und Binnen-I und diskriminierende Begriffe – um nichts wird derzeit so leidenschaftlich gestritten wie über die richtige Sprachverwendung. Gerechtigkeitsempfinden steht dabei gegen Sprachgefühl. Die einen wollen inklusiver und diskriminierungsfreier sprechen, die anderen fühlen sich zu phonetischen Verrenkungen genötigt. Während für die einen Sprache der Hort historischer und gesellschaftlicher Ungerechtigkeiten ist, fühlen andere sich durch die Inflation immer neuer Sprachnormen bevormundet und überfordert. Gender-Sprache gilt mancherorts inzwischen als Herrschaftssprache eines gut gebildeten Milieus, an dem nicht alle teilhaben. Während auf der anderen Seite Non-binäre und Trans-Menschen damit um gesellschaftliche Sichtbarkeit ringen. Schon macht die Behauptung von einer „Sprachdiktatur“ die Runde. Es geht hier offenbar um mehr als nur um die korrekte Wortendung. Worum geht es hier eigentlich und wer bestimmt, wie wir reden sollen?
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