Referent_Innen

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Mely Kiyak

st Schriftstellerin und Kolumnistin. Ihre Essays, Analysen und Radiofeuilletons erscheinen regelmäßig in der ZEIT, FAZ, Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, taz und Deutschlandradio Kultur.
Für die Frankfurter Rundschau und Berliner Zeitung schrieb sie bis Mai 2013 eine wöchentliche politische Kolumne. Nach fünfjähriger Kolumnistentätigkeit wechselte sie im Juni 2013 zu ZEIT Online und schrieb die Serie „Türkische Tage“. Seit 2014 erscheint ihre wöchentliche Kolumne „Kiyaks Deutschstunde“ ebenfalls auf Zeit Online.
Mely Kiyak ist seit Winter 2013 Deutschlands erste Theaterkolumnistin an der Berliner Staatsbühne Gorki.
Sie inszeniert Theaterabende u.a. „NSU Zwischenrufe. Aufrücken!“, „Buchinszenierungen“ mit Schauspielern und/Musikern oder „TV Theater“ (auf der Theaterbühne nachgespieltes Fernsehen).
Bibliographie: Zweiheimisch – bikulturell leben in Deutschland, edition Körber, Hamburg 2006; „10 für Deutschland – Gespräche mit türkeistämmigen Abgeordneten“ edition Körber, Hamburg, 2007; „Ein Garten liegt verschwiegen. Von Nonnen und Beeten, Natur und Klausur“ Hoffmann und Campe, Hamburg 2011; „Briefe an die Nation und andere Ungereimtheiten”, S. Fischer Verlag, Frankfurt/Main 2013; “Herr Kiyak dachte, jetzt fängt der schöne Teil des Lebens an”, S. Fischer Verlag, Frankfurt/Main; 2013; „Istanbul Notizen“ Digitalverlag shelff 2013 (auf Deutsch und Türkisch).
Mai 2014 Uraufführung „Aufstand“ – Monolog eines wütenden Künstlers – Staatsschauspiel Karlsruhe. Seit Herbst 2014 im Spielplanrepertoire des Maxim Gorki Theaters Berlin.
Ehrenmitgliedschaften: 2006-2009 Mitglied der Islamkonferenz (berufen vom damaligen Innenminister Wolfgang Schäuble); 2008-2013 Mitglied des Goethe Institutes (berufen vom damaligen Außenminister Frank-Walter Steinmeier); seit 2011 Mitglied der Gesellschaft zur Förderung der Gartenkultur; 2012 ist Mely Kiyak mit dem Theodor-Wolff Preis ausgezeichnet worden, dem renommiertesten Journalistenpreis der deutschen Zeitungen.
Ab März 2014 bis März 2015 fand monatlich in der Schwankhalle Bremen ihre Talkrevue „Kiyak, Werner, Begemann und Friends – eine infernalische Stadtkritik“ statt.
Gemeinsam mit Kollegen (u.a. Yassin Musharbash, DIE ZEIT, Özlem Gezer, DER SPIEGEL und Deniz Yücel, Die Welt, Hasnain Kazim, SPIEGEL ONLINE) führt sie seit 2012 regelmäßig die Leserbrief-Show „HATE POETRY Hassmails und andere deutsche Gebrauchsliteratur“ in verschiedenen Stadt-, Staatstheater- und Kabarettbühnen Deutschlands auf.
2014 erhielt Mely Kiyak als Gründungsmitglied der „Hate Poetry“ dafür die Auszeichnung „Journalistin des Jahres“.

VITA

    • 2016


      THEMA
      In Europa wächst derzeit das Bestreben, das Eigene zu definieren und das heißt: sich abzugrenzen. Grenzzäune sind wieder an den Staatsgrenzen errichtet worden. Gesellschaftliche Gruppen stecken ihre Terrains und Claims auf der Suche nach sozialen, kulturellen und religiösen Eigenheiten immer entschiedener, nicht zuletzt aggressiver ab. Nachdem auch staatliche Obergrenzen für Flüchtlinge heftig diskutiert werden, steht die Frage im Raum, wo die inneren Grenzen der offenen Gesellschaft sind. Die Diskussionen um Burka-Verbote, die Verweigerung von Handschlägen zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen: All das zeigt, begleitet von öffentlicher Empörung, eine nervöse Verunsicherung über die eigene Identität. Was gehört noch unverzichtbar zum gesellschaftlichen, zum kulturellen und religiösen, nicht zuletzt zum nationalen Selbstverständnis? Wo liegt die Grenze, hinter der das Eigene sich auflöst und das Fremde beginnt? Worauf spekuliert ein völkisches Identitätskonzept, das populistische Parteien in ganz Europa derzeit so erfolgreich propagieren, in einer globalisierten Welt? Die Römerberggespräche wollen in Erfahrung bringen, wie mit individuellen Verunsicherungen und einem allgemeinen Unbehagen umgegangen werden kann? Was sagen uns diese Identitätskonflikte über unsere Gesellschaft? Welche Formen der Identität gibt es in einer pluralistischen Gesellschaft? Und wie soll ein liberaler Rechtsstaat mit den Herausforderungen gelebter und beanspruchter Mannigfaltigkeit umgehen? Wieviel Vielfalt können wir ertragen, wieviel Einheit müssen wir fordern, und was darf an wechselseitiger Integration verlangt werden?
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