ist seit der Spielzeit 2017/18 Geschäftsführender Intendant am Schauspiel Frankfurt. Nach seinem abgebrochenen Fotostudium an der Staatslehranstalt für Fotografie in München studierte er Germanistik, Philosophie und Anglistik in Berlin. Ab 1986 arbeitete er als Regieassistent an den Münchner Kammerspielen, wo er 1989 seine erste Inszenierung »Die Minderleister« von Peter Turrini im Werkraum der Münchner Kammerspiele (Regiepreis der Bayerischen Theatertage 1990) zeigte. 1992 erhielt er den Preis für Nachwuchsregie der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste. 1991 eröffnete er die Intendanz von Peter Eschberg in den Frankfurter Kammerspielen mit der Inszenierung »Die Jungfrau von Orleans« von Friedrich Schiller. 1992-2000 war er Hausregisseur am Schauspielhaus Hamburg unter Frank Baumbauer, 2001-2003 Oberspielleiter am Schauspiel Frankfurt und 2005-2010 Intendant am Schauspiel Essen. Zusammen mit Roberto Ciulli, Theater an der Ruhr, leitete er 2010 als Künstlerischer Leiter das Festival Theater der Welt. 2010-2017 leitete Anselm Weber als Intendant das Schauspielhaus Bochum. Er inszenierte außerdem an den Kammerspielen und dem Residenztheater in München sowie in Wien am Burgtheater und am Volkstheater. Am Aalto-Musiktheater in Essen führte er 1999 erstmals Opernregie, weitere Operninszenierungen folgten auch an der Oper Frankfurt. Zuletzt erarbeitete er 2015 dort die Oper »Die Passagierin« von Mieczysław Weinberg.
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2017
THEMAMitten in der Innenstadt, gegenüber verspiegelten Bankenfassaden, stehen Frankfurts Städtische Bühnen. Mehr als 50 Jahre waren sie Schauplatz zahlloser Inszenierungen und erlebten denkwürdige Auseinandersetzungen. Nun ist das Bauwerk, die „Theaterdoppelanlage“ am Ende, der Betrieb nur noch befristet geduldet: den Städtischen Bühnen läuft die Zeit davon. Wie soll es mit ihnen weitergehen? Neubau oder Sanierung? Von dem Tag an, an dem die möglichen Kosten bekannt wurden, sind die Debatten leidenschaftlich und kontrovers geführt worden. Zugleich wurde nicht nur die Frage nach dem Standort am Willy-Brandt-Platz gestellt, sondern auch nach der gesellschaftlichen Position des Theaters. Welche Aufgaben sollen Schauspiel und Oper in Zukunft haben? Hat sich das Theater als „moralische Anstalt“ überlebt? Welcher Aufwand lässt sich überhaupt rechtfertigen, wenn die klamme öffentliche Hand dafür finanziell einstehen muss? Sind uns Schauspiel und Oper jeden Aufwand wert, oder müssen wir Theater heute und in Zukunft ganz anders denken?
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