Geboren 1970 in Offenbach am Main, freie Schriftstellerin und Publizistin. Sie studierte Philosophie und Theaterwissenschaft in Frankfurt am Main, Wien und Berlin, nach dem Magisterabschluss arbeitete sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Philosophie der Freien Universität Berlin, später als Dramaturgin am Schauspiel Hannover. Sie moderierte verschiedene Kultursendungen für den SWR und ARTE, seit März 2017 ist sie festes Mitglied beim „Literarischen Quartett“ im ZDF. Der Film „Männertreu“, für den sie das Drehbuch schrieb und der vom hr produziert wurde, erhielt sowohl den Deutschen Fernsehpreis als auch den Grimme-Preis.
Publikationen u.a.: Ach, Harmonistan – Deutsche Zustände, München 2010; Die deutsche Seele (zus. mit Richard Wagner), München 2011; Die Unglückseligen, München 2016.
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2017
THEMAEin neues politisches Klima hält derzeit Einzug. Kampfbegriffe wie „fake news“, die Beschwörung „alternativer Fakten“ erzeugen ihre eigene Realität. Der Gegensatz von Wahrheit und Lüge scheint aufgehoben. Im „post-faktischen Zeitalter“ schlägt die Stunde der Populisten und Radikalisierer. Die aufgeklärte Gesellschaft muss sich fragen lassen, was sie dem Siegeszug der „gefühlten Wahrheiten“ entgegenzusetzen haben. Sind ihre Debatten nur noch „Aufklärung für die Aufgeklärten“, die Andersdenkende lediglich in ihrer Opposition bestärkt? Der Anti-Intellektualismus hat in Europa wie in den USA unterdessen äußerst wirksam emotionale Ressentiments entwickelt, gegen die kein Vernunftkraut gewachsen zu sein scheint. Die Kraft des besseren Arguments scheint sich aufgezehrt zu haben. Die Lust an der Lüge und der Erfolg des Autoritären sind untrennbar damit verbunden. Wie geht die Gesellschaft, wie gehen Intellektuelle, Künstler, Kabarettisten und Theaterleute damit um? Was kann kritisches Denken heute noch ausrichten? Wie muss es sich selbst hinterfragen, um kritisch zu bleiben? Und wie kann eine kritische Praxis aussehen, die zurück zu den Fakten und wirklichen Problemen führt?
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