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Rudolf Stichweh

Rudolf Stichweh ist Professor für Soziologie an der Universität Bonn. Er leitet die Abteilung für Demokratieforschung am ‚Forum Internationale Wissenschaft‘ der Universität Bonn und ist ‚Principal Investigator‘ am ‚Bonn Center for Dependency and Slavery Studies‘. Er ist außerdem ständiger Gastprofessor der Universität Luzern, ‚Visiting Scholar‘ am Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte, Berlin, und Mitglied der Leopoldina und der NRW Akademie der Wissenschaften und der Künste, Düsseldorf. Seine Hauptarbeitsgebiete sind die Theorie der Weltgesellschaft und ihrer funktionalen Differenzierung, das vergleichende Studium demokratischer und autoritärer politischer Systeme, die Theorie der Ungleichheit und der asymmetrischen Abhängigkeit und das Studium des globalen Universitäts- und Wissenschaftssystems seit dem 18. Jahrhundert. Letzte Buchveröffentlichungen: Der Fremde. Studien zu Soziologie und Sozialgeschichte, Suhrkamp 2010; Wissenschaft, Universität, Professionen, Transcript 2013; Inklusion und Exklusion. Studien zur Gesellschaftstheorie, Transcript 2016; Democratic and Authoritarian Political Systems in 21st Century World Society, Transcript 2021 (mit Ahlers, Krichewsky, Moser).

VITA

    • 2021


      THEMA
      Die Pandemie gerät zum Stresstest – nicht nur für das Individuum, sondern auch für das politische System. Grundrechte werden eingeschränkt, Gesetze zu Verordnungen verkürzt. Die Regierung inszeniert sich als effizienter Krisenmanager, der aus wissenschaftlichen Erkenntnissen alternativlose Konsequenzen zieht. Grenzüberschreitend werden angesichts der viralen Bedrohung Rückfälle in autoritär anmutendes Staatshandeln und überwunden geglaubten Nationalismus sichtbar. Bleibt den Bürger*innen derweil nur noch Angst und Ohnmacht, wenn Experten das Sagen haben? Welche Langzeitfolgen wird der fortgesetzte Lockdown haben – psychisch und politisch? Was wird aus individueller Freiheit, wechselseitigem Vertrauen und staatsbürgerlicher Souveränität? Wie verändert sich das Verhältnis von Staat, Wissenschaft und Gesellschaft? Wie kann die Zivilgesellschaft wieder zum Ort einer kritischen Öffentlichkeit werden? Wieviel Vertrauen müssen wir dem staatlichen Handeln und wissenschaftlicher Wahrheit gegenüber aufbringen; wie sehr können wir es in Frage stellen – ohne haltlosem Verschwörungsglauben in die Hände zu spielen? In Krisenzeiten werden die Grenzen und Möglichkeiten des Politischen neu bestimmt – mit welchen Risiken und Nebenwirkungen? Das fragen die Römerberggespräche im Superwahljahr 2021 und vier Monate vor der Bundestagswahl.
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