ist Professorin für Soziologie (mit dem Schwerpunkt Familiensoziologie) an der Carl-von- Ossietzky-Universität in Oldenburg. Studium der Wirtschaftswissenschaften, Soziologie, Pädagogik und Germanistik sowie Promotion in Soziologie an der Universität Köln;
wissenschaftliche Mitarbeiterin am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin; Lehrstuhlinhaberin an der Universität Köln; Wechsel zur Universität Oldenburg. Mehrere Rufe an andere Universitäten lehnte sie ab. 1985 war sie Gastprofessorin an der University of Sussex/England.
Nave-Herz war und ist in zahlreichen wissenschaftlichen Gesellschaften und Beratungsgremien tätig, z.B.: Vizepräsidentin des „Commitee on Family Research“ der International Association (ISA) Mitglied im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Soziologie
Vorsitzende der DFG-Senatskommission für Frauenforschung
Kuratoriumsmitglied im Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung
Mitglied des wissenschaftlichen Beirats für Familienpolitik des BMFSFJ
Mitglied der Sachverständigenkommission für den fünften Familienbericht Auszeichnungen:
Ehrendoktorwürde der Philosophischen Fakultät der Technischen Universität Chemnitz Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.
Weiterführende Literatur zum Vortragsthema:
Nave-Herz, R.: Ehe- und Familiensoziologie, 3. Aufl., Beltz/Juventa Verlag, Weinheim 2013.
Nave-Herz, R. (Hrsg.): Familiensoziologie – Ein Lehr- und Studienbuch, De Gruyter/Oldenbourg Verlag, München 2014.
Nave-Herz, R.: Familie heute – Wandel der Familienstrukturen und Folgen für die Erziehung, 6. Aufl., WGB/Primus Verlag, Darmstadt 2015.
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2015
THEMALange Zeit wurden Ehe und Familie als Grundpfeiler der bürgerlichen Gesellschaft angesehen. Die Rollen und ihre Besetzung schienen fixiert, echte Alternativen kaum verfügbar. Der Fortschritt der Reproduktionsmedizin und der sozialethische Wandel haben die traditionalen Bilder in Frage gestellt – und sie erzeugen neue Konflikte. Die gesellschaftlichen Rollen und wirtschaftlichen Funktionen sind längst nicht mehr selbstverständlich. Stattdessen erscheinen neue Möglichkeiten sozialer Verbindungen, die unsere Natürlichkeitsvorstellungen herausfordern. Zugleich bleiben Ehe und Familie als normatives Modell begehrenswert. Derzeit ist eine Vielzahl von sozialen und technischen Praktiken umstritten: Nach Homoehe und Regenbogenfamilie werden Social Freezing, Inzestverbot und Polyamorie diskutiert. Der Streit betrifft nicht nur die Liberalisierung und rechtlichen Anerkennung der sozialen Rollen, er umfasst auch Fragen der Legitimität des technisch Machbaren. Wo liegen die Grenzen von Ehe und Familie, und wie sollen wir mit den Konflikten umgehen?
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