Referent_Innen

REFERENT_IN

Robert Misik

50, Autor und Kolumnist der tageszeitung (Berlin), von Falter, profil (Wien), Spex. Auf der Website des Wiener „Standard“ betreibt er die wöchentliche Videokolumne „FS Misik“.
Jüngste Bucherscheinung: „Kaputtalismus – Wird der Kapitalismus sterben, und wenn ja, würde uns das glücklich machen?“, Aufbau Verlag 2016.
Autor verschiedener Bücher, darunter „Marx für Eilige“, „Genial dagegen“, „Das Kult-Buch“, „Politik der Paranoia – Gegen die neuen Konservativen“, „Halbe Freiheit – Warum Freiheit und Gleichheit zusammen gehören“ oder „Was Linke denken. Ideen von Marx über Gramsci zu Adorno, Habermas, Foucault & Co.“
Auszeichnungen ua.: Österreichischer Staatspreis für Kulturpublizistik 2008.

VITA

    • 2016


      THEMA
      In Europa wächst derzeit das Bestreben, das Eigene zu definieren und das heißt: sich abzugrenzen. Grenzzäune sind wieder an den Staatsgrenzen errichtet worden. Gesellschaftliche Gruppen stecken ihre Terrains und Claims auf der Suche nach sozialen, kulturellen und religiösen Eigenheiten immer entschiedener, nicht zuletzt aggressiver ab. Nachdem auch staatliche Obergrenzen für Flüchtlinge heftig diskutiert werden, steht die Frage im Raum, wo die inneren Grenzen der offenen Gesellschaft sind. Die Diskussionen um Burka-Verbote, die Verweigerung von Handschlägen zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen: All das zeigt, begleitet von öffentlicher Empörung, eine nervöse Verunsicherung über die eigene Identität. Was gehört noch unverzichtbar zum gesellschaftlichen, zum kulturellen und religiösen, nicht zuletzt zum nationalen Selbstverständnis? Wo liegt die Grenze, hinter der das Eigene sich auflöst und das Fremde beginnt? Worauf spekuliert ein völkisches Identitätskonzept, das populistische Parteien in ganz Europa derzeit so erfolgreich propagieren, in einer globalisierten Welt? Die Römerberggespräche wollen in Erfahrung bringen, wie mit individuellen Verunsicherungen und einem allgemeinen Unbehagen umgegangen werden kann? Was sagen uns diese Identitätskonflikte über unsere Gesellschaft? Welche Formen der Identität gibt es in einer pluralistischen Gesellschaft? Und wie soll ein liberaler Rechtsstaat mit den Herausforderungen gelebter und beanspruchter Mannigfaltigkeit umgehen? Wieviel Vielfalt können wir ertragen, wieviel Einheit müssen wir fordern, und was darf an wechselseitiger Integration verlangt werden?
INDEX