Jg. 1961, ist Historiker und Migrationsforscher. Er forscht und lehrt an der Universität Erfurt. Der geborene Ostberliner hat nach der Deutschen Einheit 1990 an der Humboldt-Universität zu Berlin Geschichts- und Sozialwissenschaften studiert und zur Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der DDR im Jahr 2000 an der Europa-Universität Viadrina promoviert. Danach widmete er sich verstärkt Fragen von Flucht und Migration in beiden deutschen Staaten und hat dazu zahlreiche Veröffentlichungen vorgelegt. Jüngst erschien sein Buch „Umkämpftes Asyl. Vom Nachkriegsdeutschland bis zur Gegenwart, Berlin 2019.“ Sein aktuelles vom BMBF gefördertes Forschungsprojekt beschäftigt sich mit Familienerinnerungen an das Ende der DDR und an die Transformationsphase in Thüringen.
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2019
THEMA1989 endete nicht nur eine Epoche der deutschen Geschichte. Auch der Ost-West Gegensatz schien in der Folge glücklich überwunden, offene europäische Grenzen und Demokratisierung ehemaliger Diktaturen verhießen eine bessere Zukunft.Längst ist diese Aufbruchsstimmung einem politischen Kater gewichen. Innerhalb Europas sind neue Spaltungen entstanden, und auch global haben Mauern und Grenzen wieder Konjunktur. Sorgen um soziale Sicherheit, künftigen Wohlstand und ökologische Angstvisionen sind an die Stelle der 89er-Euphorie getreten.Die Römerberggespräche nehmen das 30-jährige Jubiläum des Mauerfalls zum Anlass einer kritischen Bilanz der globalen Gegenwart: Wo verlaufen heute die großen Konfliktlinien und Gräben, und wo müsste 2019 ein vergleichbar mutiger Aufbruch in eine neue Epoche gewagt werden?
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