ist Professor für Medizinische Soziologie am Universitätsklinikum Düsseldorf und Leiter des Studiengangs Public Health der Medizinischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität. Schwerpunkte seiner Forschung sind die Arbeitsgesundheit sowie der Zusammenhang zwischen der sozialen Lage von Menschen und ihren Gesundheitschancen. Diese Forschung zielt drauf ab, soziale, kulturelle und ökonomische Einflüsse auf die Gesundheit zu erkennen. Beispiele sind die Untersuchung der medizinischen Auswirkungen von Armut oder die Erforschung von gesundheitsgefährdendem Stress in der Arbeitswelt. Aufbauend auf den Ergebnissen der Grundlagenforschung untersucht seine Arbeitsgruppe zudem wie die Gesundheit von Menschen in schwierigen sozialen und ökonomischen Situationen durch Maßnahmen der Prävention und Gesundheitsförderung besser geschützt werden kann. Er verfügt über langjährige Erfahrung in der (sozial-) epidemiologischen Forschung zur Wechselbeziehung sozialer und biomedizinischer Faktoren unter Verwendung großer Datensätze aus bevölkerungsbasierten Studien. Derzeit ist er an mehreren Studien zu sozioökonomischen Risikofaktoren für COVID-19-Infektionen und schwere Krankheiten beteiligt. Er ist Mitglied des Koordinierungsausschusses des Deutschen Gesundheitsnetzes COVID-19. Aktuelle Publikationen finden Sie hier: https://www.uniklinik-duesseldorf.de/patienten-besucher/klinikeninstitutezentren/institut-fuer-medizinische-soziologie/das-institut/publikationen oder hier: https://twitter.com/MedSozDUS
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2021
THEMADie Pandemie gerät zum Stresstest – nicht nur für das Individuum, sondern auch für das politische System. Grundrechte werden eingeschränkt, Gesetze zu Verordnungen verkürzt. Die Regierung inszeniert sich als effizienter Krisenmanager, der aus wissenschaftlichen Erkenntnissen alternativlose Konsequenzen zieht. Grenzüberschreitend werden angesichts der viralen Bedrohung Rückfälle in autoritär anmutendes Staatshandeln und überwunden geglaubten Nationalismus sichtbar. Bleibt den Bürger*innen derweil nur noch Angst und Ohnmacht, wenn Experten das Sagen haben? Welche Langzeitfolgen wird der fortgesetzte Lockdown haben – psychisch und politisch? Was wird aus individueller Freiheit, wechselseitigem Vertrauen und staatsbürgerlicher Souveränität? Wie verändert sich das Verhältnis von Staat, Wissenschaft und Gesellschaft? Wie kann die Zivilgesellschaft wieder zum Ort einer kritischen Öffentlichkeit werden? Wieviel Vertrauen müssen wir dem staatlichen Handeln und wissenschaftlicher Wahrheit gegenüber aufbringen; wie sehr können wir es in Frage stellen – ohne haltlosem Verschwörungsglauben in die Hände zu spielen? In Krisenzeiten werden die Grenzen und Möglichkeiten des Politischen neu bestimmt – mit welchen Risiken und Nebenwirkungen? Das fragen die Römerberggespräche im Superwahljahr 2021 und vier Monate vor der Bundestagswahl.
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