Klaus Günther ist seit 1998 Professor für Rechtstheorie, Strafrecht und Strafprozessrecht an der Goethe-Universität, Zweitmitgliedschaft im Institut für Philosophie am Fachbereich 08, Dekan des Fachbereichs Rechtswissenschaft und von 2007-2019 Co-Sprecher des Exzellenzclusters „Die Herausbildung normativer Ordnungen“. Mitglied des Forschungskollegiums am Institut für Sozialforschung (IfS) in Frankfurt am Main und Distinguished Fellow am Forschungskolleg Humanwissenschaften der Goethe-Universität in Bad Homburg v.d.H.;. Vorsitzender der dt. Sektion der Internationalen Vereinigung für Rechts- u. Sozialphilosophie (IVR). Prof. h.c. Universidad del Rosario, Bogotá. Seine Forschungsschwerpunkte sind systematische und historische Rechtsphilosophie, Diskurstheorie des Rechts, Grundlagen des nationalen und des Völker-Strafrechts, Rechtstheorie der Globalisierung, Literatur und Recht. Wichtigste Veröffentlichungen: Der Sinn für Angemessenheit (1988, engl. 1993, portug. 2004); Schuld und kommunikative Freiheit. Studien zur individuellen Zurechnung strafbaren Unrechts im demokratischen Rechtsstaat, Frankfurt am Main: Vittorio Klostermann Verlag 2005.
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2021
THEMADie Pandemie gerät zum Stresstest – nicht nur für das Individuum, sondern auch für das politische System. Grundrechte werden eingeschränkt, Gesetze zu Verordnungen verkürzt. Die Regierung inszeniert sich als effizienter Krisenmanager, der aus wissenschaftlichen Erkenntnissen alternativlose Konsequenzen zieht. Grenzüberschreitend werden angesichts der viralen Bedrohung Rückfälle in autoritär anmutendes Staatshandeln und überwunden geglaubten Nationalismus sichtbar. Bleibt den Bürger*innen derweil nur noch Angst und Ohnmacht, wenn Experten das Sagen haben? Welche Langzeitfolgen wird der fortgesetzte Lockdown haben – psychisch und politisch? Was wird aus individueller Freiheit, wechselseitigem Vertrauen und staatsbürgerlicher Souveränität? Wie verändert sich das Verhältnis von Staat, Wissenschaft und Gesellschaft? Wie kann die Zivilgesellschaft wieder zum Ort einer kritischen Öffentlichkeit werden? Wieviel Vertrauen müssen wir dem staatlichen Handeln und wissenschaftlicher Wahrheit gegenüber aufbringen; wie sehr können wir es in Frage stellen – ohne haltlosem Verschwörungsglauben in die Hände zu spielen? In Krisenzeiten werden die Grenzen und Möglichkeiten des Politischen neu bestimmt – mit welchen Risiken und Nebenwirkungen? Das fragen die Römerberggespräche im Superwahljahr 2021 und vier Monate vor der Bundestagswahl.
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