Dr. Hendrik Simon, geb. 1987, ist Historiker und Politikwissenschaftler. Er ist Projektleiter (Principal Investigator) und wissenschaftlicher Koordinator am Forschungsinstitut Gesellschaftlicher Zusammenhalt (FGZ), Standort Frankfurt, sowie assoziierter Forscher am Leibniz-Institut für Friedens- und Konfliktforschung (PRIF). Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die historische Friedens- und Konfliktforschung, die Völkerrechtsgeschichte sowie Fragen des gesellschaftlichen Zusammenhalts im Konflikt. Wichtige Publikationen: The Justification of War and International Order (Oxford University Press 2021; mit Lothar Brock, Hrsg.); A Century of Anarchy? War, Normativity, and the Birth of Modern International Order (Oxford University Press 2024, Open Access). Letzteres wurde mit dem Jost-Delbrück-Preis für Friedenssicherungs- und Konfliktvölkerrecht (2024) sowie dem Helmuth-James-von-Moltke-Preis (2025) ausgezeichnet. Hendrik Simon veröffentlicht regelmäßig in Tageszeitungen, darunter die Frankfurter Allgemeine Zeitungund die Frankfurter Rundschau.
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2025
THEMAEin Gespenst geht wieder um in Deutschland – 2026 kommt der Wehrdienst zurück „Zunächst freiwillig“, wie es heißt. Angesichts der veränderten Sicherheitslage in Europa seit dem russischen Angriff auf die Ukraine ist die Frage nach der "Kriegstüchtigkeit" wieder aktuell – und mit ihr die Frage, was Einzelne für den Staat leisten sollen. Kann der Dienst am Gemeinwesen – sei es an der Waffe oder im sozialen Jahr – zur Pflicht werden, und wären gegebenenfalls Frauen auch einbezogen? Wird die alte Wehrpflicht wiederkommen oder vielmehr eine neue allgemeine Dienstpflicht? Musterungen (für Männer) soll es jedenfalls ab Mitte 2027 verpflichtend geben. Was heißt das für das tiefere Grundverständnis unserer Demokratie? Und was ist eigentlich aus dem bundesrepublikanischen Pazifismus der vergangenen Jahrzehnte und dem Wunsch nach einer feministischen Außenpolitik geworden? Denn wenn sich die Bundeswehr als Spiegel der Gesellschaft versteht, dann bekommen die Fragen nach ihrer Rolle und dem zugehörigen Menschenbild noch einmal eine grundsätzlichere Dimension.
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