Referent_Innen

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Esther Schapira

Esther Schapira war leitende Fernsehredakteurin bei der ARD (hr) und Kommentatorin der Tagesthemen. Schwerpunkt ihrer redaktionellen Arbeit sowie als Filmemacherin und als Autorin sind die Themen Shoa, Rechtsextremismus, Islamismus, Israel und Nahost. Sie ist Trägerin des Elisabeth-Selbert Preises, der Buber-Rosenzweig Medaille und der Theodor-Lessing-Medaille und wurde u.a. mit dem Prix Europa, dem Civis-Preis und beim New York Film Festival ausgezeichnet. Zu ihren ausgezeichneten Filmen gehören „Das Kind, der Tod und die Wahrheit – wer erschoss Mohammed Al Durah?“, „Der Tag als ich ins Paradies wollte“, „Der Tag als Theo van Gogh erschossen wurde“. Seit 2021 ist sie freie Autorin und Moderatorin in Frankfurt a.M. Zu ihren Buchveröffentlichungen zusammen mit Georg M. Hafner gehören u.a. „Die Akte Alois Brunner“ (Campus/Rowohlt), „Das Kind, der Tod und die Medienschlacht um die Wahrheit – Der Fall Mohammed al-Durah“ (Edition Critic 2014), „Israel ist an allem schuld“ (Eichborn/Lübbe 2015). Zuletzt veröffentlichte 2023 einen Beitrag in der Anthologie „Israel – was geht mich das an?“ Sie ist regelmäßige Autorin der JüdischenAllgemeinen Zeitung.

VITA

    • 2024


      THEMA
      Die Einzigartigkeit der Shoa und die besondere Verantwortung Deutschlands gehören zum Identitätshaushalt der alten Bundesrepublik: Aus dem millionenfachen Mord an den europäischen Juden und Jüdinnen ergibt sich der Schutz jüdischen Lebens als Ultima Ratio bundesdeutscher Innen- und Außenpolitik. Spätestens seit dem 7. Oktober, dem Massaker der Hamas in Israel und dem darauf folgenden Krieg in Gaza zeigt sich, dass diese – nicht zuletzt im Historikerstreit der Jahre 1986 und 87 – mühsam errungene Erinnerungskultur nicht mehr als unhinterfragbare moralische Ressource taugt. Wie universell ist ein moralischer Standpunkt, der sich aus einer Schuld ableitet? Welche moralische Verpflichtung erwächst aus dem singulären Verbrechen der Deutschen für Menschen, deren Zugehörigkeit zu diesem Land fortwährend in Frage gestellt wird. Was wäre also eine zeitgemäße Erinnerungskultur und gelungene Aufarbeitung in unserer pluralen Gesellschaft? Und wie passen die besondere Verantwortung, die aus historischer Täterschaft erwächst, mit einer Sensibilität für das Leid und Elend der Gegenwart und Zukunft zusammen?
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