Referent_Innen

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Erika Fischer-Lichte

Prof. Dr. Dr. h. c. Erika Fischer-Lichte ist seit 1996 Universitätsprofessorin für Theaterwissenschaft an der Freien Universität Berlin, ist Direktorin des Internationalen Forschungskollegs “Verflechtungen von Theaterkulturen“. Ihre Arbeitsgebiete umfassen Ästhetik und Theorie des Theaters, die Europäische Theatergeschichte, Theater und Gesellschaft. Sie ist Mitglied der Göttinger Akademie der Wissenschaften, der Academia Europaea, der Berlin-Brandenburgischen Akademie und der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina. Als Gastprofessorin lehrte sie in den USA, Russland, Japan, China, Indien, Norwegen, Schweden, Portugal, Spanien, Brasilien und auf Kuba. Zu ihren jüngsten Monographien zählen Theatre, Sacrifice, Ritual. Exploring Forms of Political Theatre (2005), Theaterwissenschaft (2010), Performativität. Eine Einführung (2012), Dionysos Resurrected. Performances of Euripides’ The Bacchae in a Globalizing World (2014), Tragedy’s Endurance. Performances of Greek Tragedies and Cultural Identity in Germany Since 1800 (2017).

VITA

    • 2017


      THEMA
      Mitten in der Innenstadt, gegenüber verspiegelten Bankenfassaden, stehen Frankfurts Städtische Bühnen. Mehr als 50 Jahre waren sie Schauplatz zahlloser Inszenierungen und erlebten denkwürdige Auseinandersetzungen. Nun ist das Bauwerk, die „Theaterdoppelanlage“ am Ende, der Betrieb nur noch befristet geduldet: den Städtischen Bühnen läuft die Zeit davon. Wie soll es mit ihnen weitergehen? Neubau oder Sanierung? Von dem Tag an, an dem die möglichen Kosten bekannt wurden, sind die Debatten leidenschaftlich und kontrovers geführt worden. Zugleich wurde nicht nur die Frage nach dem Standort am Willy-Brandt-Platz gestellt, sondern auch nach der gesellschaftlichen Position des Theaters. Welche Aufgaben sollen Schauspiel und Oper in Zukunft haben? Hat sich das Theater als „moralische Anstalt“ überlebt? Welcher Aufwand lässt sich überhaupt rechtfertigen, wenn die klamme öffentliche Hand dafür finanziell einstehen muss? Sind uns Schauspiel und Oper jeden Aufwand wert, oder müssen wir Theater heute und in Zukunft ganz anders denken?
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