wurde 1972 auf dem westsächsischen Land in der DDR geboren; wuchs mit Tieren und zwei Geschwistern auf; zog 1991 nach Greifswald, um sich der evangelischen Kirchenmusik zu widmen; studierte danach Literaturwissenschaft (Germanistik), Philosophie und Psychologie in Potsdam, Berlin und Kopenhagen; promovierte 2005 mit einer Arbeit zur Ästhetiktheorie; arbeitet seit gut 20 Jahren als Journalist, war zehn Jahre Autor der NZZ und ist es heute für die Berliner Zeitung und die Frankfurter Rundschau; war Redakteur für Theater der Zeit, die Berliner Zeitung und die Frankfurter Rundschau; beschäftigt sich journalistisch vorrangig mit deutschsprachigem Sprechtheater, Literatur, Religionsfragen und Philosophie; gehört zu den Gründern des 2007 ins Leben gerufenen überregionalen Online-Theaterfeuilletons www.nachtkritik.de und ist seitdem einer seiner Redakteure; an der FU Berlin, der Universität Leipzig und der Akademie für darstellende Kunst Baden-Württemberg Ludwigsburg war er lange Jahre Lehrbeauftragter; seit Oktober 2015 hat er eine Gastprofessor an der Universität der Künste Berlin und ist dort akademischer Leiter des Masterstudiengangs Kulturjournalismus; neben der Ästhetik- und Kunsttheorie widmet er sich in seiner Forschung vor allem der europäischen Religions- und Geistesgeschichte, der evangelischen Theologie und dem interreligiösen Dialog; seit 2016 gehört er zum Stiftungsrat des Berliner Bet- und Lehrhaus „House of One“.
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2017
THEMAMitten in der Innenstadt, gegenüber verspiegelten Bankenfassaden, stehen Frankfurts Städtische Bühnen. Mehr als 50 Jahre waren sie Schauplatz zahlloser Inszenierungen und erlebten denkwürdige Auseinandersetzungen. Nun ist das Bauwerk, die „Theaterdoppelanlage“ am Ende, der Betrieb nur noch befristet geduldet: den Städtischen Bühnen läuft die Zeit davon. Wie soll es mit ihnen weitergehen? Neubau oder Sanierung? Von dem Tag an, an dem die möglichen Kosten bekannt wurden, sind die Debatten leidenschaftlich und kontrovers geführt worden. Zugleich wurde nicht nur die Frage nach dem Standort am Willy-Brandt-Platz gestellt, sondern auch nach der gesellschaftlichen Position des Theaters. Welche Aufgaben sollen Schauspiel und Oper in Zukunft haben? Hat sich das Theater als „moralische Anstalt“ überlebt? Welcher Aufwand lässt sich überhaupt rechtfertigen, wenn die klamme öffentliche Hand dafür finanziell einstehen muss? Sind uns Schauspiel und Oper jeden Aufwand wert, oder müssen wir Theater heute und in Zukunft ganz anders denken?
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