ist seit 2005 Professor für Neueste Geschichte an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Er wurde 1995 in Bonn mit einer Dissertation über „Stresemanns Erbe. Julius Curtius und die deutsche Außenpolitik 1929-1931“ promoviert und habilitierte sich 2001 an der Universität Stuttgart mit einer Arbeit über die politische Kultur der britischen Konservativen zwischen 1846 und 1868. Er war Stipendiat am Historischen Kolleg in München sowie Gastprofessor an der Brandeis University, Boston (Ma.) und an der London School of Economics and Political Science. Rödder hat sechs Monographien verfasst, darunter „Deutschland einig Vaterland. Die Geschichte der deutschen Wiedervereinigung“ (2009), „21.0. Eine kurze Geschichte der Gegenwart“ (2015) und „Wer hat Angst vor Deutschland? Geschichte eines europäischen Problems“ (2018). Er ist u.a. Mitherausgeber der Historischen Zeitschrift, Mitglied des Fachkollegiums Geschichte der Deutschen Forschungsgemeinschaft sowie der Wissenschaftlichen Beiräte des Instituts für Zeitgeschichte München/Berlin und des Hauses der Geschichte der Bundesrepublik Bonn/Leipzig.
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2019
THEMANoch nie stand Europa so unter Beschuss wie jetzt. Wünsche nach einer Rückabwicklung der Integration stehen im Raum oder haben auch schon in einigen Mitgliedsstaaten der EU zu konkreten Schritten geführt. Die Kritik wird begleitet von ganz unterschiedlichen Einschätzungen über die Versäumnisse und Fehler, die in der Vergangenheit begangen wurden. Hinzukommt eine mehr oder weniger offen erklärte EU-Feindschaft durch weltpolitische Akteure wie Trump und Putin. Die Kräfte des Zusammenhalts scheinen demgegenüber am Schwinden, die Verteidigung der EU als politisches Projekt vergleichsweise schwach. Die europäische Integration hat viele Feinde, der Nationalismus ist in vielen Ländern Staatsdoktrin geworden, der Traum eines geeinten Europa hingegen kaum noch attraktiv.
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