Referent_Innen

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Andreas Bernard

geboren 1969 in München, ist Professor für Kulturwissenschaften am Centre for Digital Cultures der Leuphana-Universität Lüneburg und Autor der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Er studierte Literatur- und Kulturwissenschaften in München und war wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Bauhaus-Universität Weimar (2002-2005) und an der Universität Konstanz (2007-2010). Von 1995 bis 2014 war er Redakteur der Süddeutschen Zeitung.
Buchpublikationen u.a.:
Kinder machen. Neue Reproduktionstechnologien und die Ordnung der Familie (2014); Lifted. A Cultural History of the Elevator, New York: New York University Press (2014); Vorn. Roman, Berlin: Aufbau Verlag (2010); Das Prinzip. 100 Phänomene der Gegenwart (zusammen mit Tobias Kniebe), (2007); Die Geschichte des Fahrstuhls. Über einen beweglichen Ort der Moderne (2006)

VITA

    • 2015


      THEMA
      Lange Zeit wurden Ehe und Familie als Grundpfeiler der bürgerlichen Gesellschaft angesehen. Die Rollen und ihre Besetzung schienen fixiert, echte Alternativen kaum verfügbar. Der Fortschritt der Reproduktionsmedizin und der sozialethische Wandel haben die traditionalen Bilder in Frage gestellt – und sie erzeugen neue Konflikte. Die gesellschaftlichen Rollen und wirtschaftlichen Funktionen sind längst nicht mehr selbstverständlich. Stattdessen erscheinen neue Möglichkeiten sozialer Verbindungen, die unsere Natürlichkeitsvorstellungen herausfordern. Zugleich bleiben Ehe und Familie als normatives Modell begehrenswert. Derzeit ist eine Vielzahl von sozialen und technischen Praktiken umstritten: Nach Homoehe und Regenbogenfamilie werden Social Freezing, Inzestverbot und Polyamorie diskutiert. Der Streit betrifft nicht nur die Liberalisierung und rechtlichen Anerkennung der sozialen Rollen, er umfasst auch Fragen der Legitimität des technisch Machbaren. Wo liegen die Grenzen von Ehe und Familie, und wie sollen wir mit den Konflikten umgehen?
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