Referent_Innen

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Martin Andree

Martin Andree hat eine Professur für Medienwissenschaft an der Universität zu Köln inne. Er forscht seit mehr als 15 Jahren zur Dominanz der Digitalkonzerne. Führende deutsche Medien und Konferenzen im In- und Ausland greifen für Beiträge zu diesem Thema regelmäßig auf seine Expertise zurück. Im Jahr 2020 veröffentlichte er den hoch angesehenen Atlas der digitalen Welt. Er erhielt den Günter-Wallraff-Sonderpreis für Pressefreiheit und Menschenrechte für seinen Bestseller Big Tech muss weg (2023), der auch in englischer Sprache erschienen ist, sowie den Beatrice-Primus-Forschungspreis der Universität Köln (2025). Am 21. August 2025 erschien sein Buch zur aktuellen digitalpolitischen Situation: Krieg der Medien. Dark Tech und Populisten übernehmen die Macht. Sein Studium absolvierte er in Köln, Münster, Cambridge und Harvard; seine Habilitation erfolgte im Jahr 2018. https://martinandree.com/

VITA

    • 2026


      THEMA
      Ein neuer Politikstil macht international Karriere. Er ist gekennzeichnet von Vulgarität, Verrohung und erklärter Rechtsfeindschaft. Machtinteressen werden nicht mehr juristisch bemäntelt. Stattdessen wird das angebliche Recht des Stärkeren zur Staatsdoktrin gemacht – innenpolitisch wie außenpolitisch. Treibende Kraft hinter dieser Verrohung der politischen Sitten ist ein US-Präsident, der nicht nur die amerikanische Gesellschaft und Kultur, sondern auch die globale Ordnung nach seinen Vorstellungen und Interessen umgestaltet – und sich dabei immer unverhohlener als Monarch oder Cäsar geriert. Aber auch andere autokratische Politiker repräsentieren international diese Führerkultur, die in vielfacher Weise demokratisch-republikanischen Vorstellungen widerspricht. Die Römerberggespräche wollen diesen Politikstil verstehen. Was bedeuten solche Selbstinszenierungen, worauf gründen sie, und warum stoßen sie teilweise sogar auf Anklang bei den Wählern? Was kann dieser rücksichtslosen Selbstherrlichkeit noch entgegengesetzt werden, oder ist die neue Realität jene alte, in der „die Starken tun, was sie wollen, und die Schwachen ertragen, was sie müssen“ (Thukydides)?
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