Vera King ist seit 2016 Professorin für Soziologie und psychoanalytische Sozialpsychologie an der Goethe-Universität Frankfurt sowie Direktorin des Sigmund-Freud-Instituts; von 2002 bis 2016 war sie Professorin für Entwicklungs- und Sozialisationsforschung an der Universität Hamburg. Sie ist Mitglied des Forschungszentrums Normative Ordnungen, u.a. beteiligt am hessischen Forschungsverbund ‚Demokratie in Zeiten ihrer Regression‘ und leitet gemeinsam mit Ferdinand Sutterlüty das DFG-Projekt ‚Destruktivität im zeitgenössischen Autoritarismus‘. Jüngere Veröffentlichungen u.a.: Sozioanalyse. Zur Psychoanalyse des Sozialen mit Pierre Bourdieu (Psychosozial 2022), Hoffnung in der Krise? (Psyche-Doppelheft 2025, hrsg. mit Heinz Weiß), hrsg. mit Benigna Gerisch u. Hartmut Rosa erschienen 2021 bei Suhrkamp ‚Lost in Perfection. Zur Optimierung von Gesellschaft und Psyche‘ sowie 2026 bei Routledge „The Measured Life in the Digital Age – Optimisation by Numbers“.
https://www.fb03.uni-frankfurt.de/83975525/Prof Dr__Vera_King
https://sigmund-freud-institut.de/index.php/mitarbeiter-innen/king-vera/
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2026
THEMAEin neuer Politikstil macht international Karriere. Er ist gekennzeichnet von Vulgarität, Verrohung und erklärter Rechtsfeindschaft. Machtinteressen werden nicht mehr juristisch bemäntelt. Stattdessen wird das angebliche Recht des Stärkeren zur Staatsdoktrin gemacht – innenpolitisch wie außenpolitisch. Treibende Kraft hinter dieser Verrohung der politischen Sitten ist ein US-Präsident, der nicht nur die amerikanische Gesellschaft und Kultur, sondern auch die globale Ordnung nach seinen Vorstellungen und Interessen umgestaltet – und sich dabei immer unverhohlener als Monarch oder Cäsar geriert. Aber auch andere autokratische Politiker repräsentieren international diese Führerkultur, die in vielfacher Weise demokratisch-republikanischen Vorstellungen widerspricht. Die Römerberggespräche wollen diesen Politikstil verstehen. Was bedeuten solche Selbstinszenierungen, worauf gründen sie, und warum stoßen sie teilweise sogar auf Anklang bei den Wählern? Was kann dieser rücksichtslosen Selbstherrlichkeit noch entgegengesetzt werden, oder ist die neue Realität jene alte, in der „die Starken tun, was sie wollen, und die Schwachen ertragen, was sie müssen“ (Thukydides)?
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