Heiko Biehl ist Leiter des Forschungsbereichs Militärsoziologie am ZMSBw in Potsdam. Er war über mehrere Jahre kommissarischer Leiter der Abteilung Forschung am ZMSBw. Er hatte bisher Positionen an der Führungsakademie der Bundeswehr (FüAk) in Hamburg, am Sozialwissenschaftlichen Institut der Bundeswehr (Sowi) in Strausberg, an der Naval Postgradual School in Monterey (USA), der Akademie der Bundeswehr für Information und Kommunikation (AIK) und der Universität Potsdam inne. Promotion zum Dr. phil. an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Forschungsinteressen: Militärsoziologie (u.a. Einsatzmotivation und Kampfmoral); Politische Soziologie; Parteienforschung. Publikationen, u.a.: Extremismus in der Bundeswehr. In: Aus Politik und Zeitgeschichte, Nr. 47-48, 74. Jg., 2024, S. 23–28 (mit Markus Steinbrecher und Nina Leonhard). Empirical Social Research in and on the Armed Forces: Comparative and National Perspectives. Berlin: Berliner Wissenschafts-Verlag 2022. (Hrsg. mit Markus Steinbrecher und Martin Elbe). Strategic Cultures in Europe. Security and Defence Policies Across the Continent. Wiesbaden: Springer VS 2013. (Hrsg. mit Bastian Giegerich & Alexandra Jonas). Aussetzung der Wehrpflicht. Erfahrungen und Lehren westlicher Partnerstaaten. In: Aus Politik und Zeitgeschichte, Nr. 48, 61. Jg., 2011. S. 32-38 (mit Bastian Giegerich und Alexandra Jonas).
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2025
THEMAEin Gespenst geht wieder um in Deutschland – 2026 kommt der Wehrdienst zurück „Zunächst freiwillig“, wie es heißt. Angesichts der veränderten Sicherheitslage in Europa seit dem russischen Angriff auf die Ukraine ist die Frage nach der "Kriegstüchtigkeit" wieder aktuell – und mit ihr die Frage, was Einzelne für den Staat leisten sollen. Kann der Dienst am Gemeinwesen – sei es an der Waffe oder im sozialen Jahr – zur Pflicht werden, und wären gegebenenfalls Frauen auch einbezogen? Wird die alte Wehrpflicht wiederkommen oder vielmehr eine neue allgemeine Dienstpflicht? Musterungen (für Männer) soll es jedenfalls ab Mitte 2027 verpflichtend geben. Was heißt das für das tiefere Grundverständnis unserer Demokratie? Und was ist eigentlich aus dem bundesrepublikanischen Pazifismus der vergangenen Jahrzehnte und dem Wunsch nach einer feministischen Außenpolitik geworden? Denn wenn sich die Bundeswehr als Spiegel der Gesellschaft versteht, dann bekommen die Fragen nach ihrer Rolle und dem zugehörigen Menschenbild noch einmal eine grundsätzlichere Dimension.
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