geboren 1966 in Coburg, ist Journalistin, Autorin, Regisseurin. Nach ihrem Studium der Politik, Germanistik und Romanistik an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt (Abschluss Magister) volontiert sie bei der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ und arbeitet anschließend dort als Redakteurin. Wechsel zum Fernsehen. Seit über 20 Jahren arbeitet sie dort als regelmäßige Autorin für die ZDF-Sendereihe „37 Grad“, „Die Story im Ersten“ (ARD) und für das Politikmagazin „Panorama“ (ARD). 2011 veröffentlicht sie ihr erstes Buch „Funkstille. Wenn Menschen den Kontakt abbrechen“ im Klett-Cotta Verlag. Im Herbst 2014 erscheint ihr zweites Buch bei Klett-Cotta: „Der Sturm vor der Stille. Warum Menschen den Kontakt abbrechen“. Seit den 90er Jahren realisiert sie u.a. preisgekrönte TV-Dokumentationen für die ARD und das ZDF. So erhält Tina Soliman u.a. den „6. Marler Fernsehpreis für Menschenrechte“ von Amnesty International, den „Katholischen Medienpreis der Deutschen Bischofskonferenz“, die Silbermedaille bei den New York Festivals sowie zahlreiche Nominierungen, u.a. beim 54. Festival de Television de Monte Carlo, „CIVIS Medienpreis“ oder beim „Prix Europa“. Ihre Dokumentationen werden weltweit ausgestrahlt.
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2015
THEMALange Zeit wurden Ehe und Familie als Grundpfeiler der bürgerlichen Gesellschaft angesehen. Die Rollen und ihre Besetzung schienen fixiert, echte Alternativen kaum verfügbar. Der Fortschritt der Reproduktionsmedizin und der sozialethische Wandel haben die traditionalen Bilder in Frage gestellt – und sie erzeugen neue Konflikte. Die gesellschaftlichen Rollen und wirtschaftlichen Funktionen sind längst nicht mehr selbstverständlich. Stattdessen erscheinen neue Möglichkeiten sozialer Verbindungen, die unsere Natürlichkeitsvorstellungen herausfordern. Zugleich bleiben Ehe und Familie als normatives Modell begehrenswert. Derzeit ist eine Vielzahl von sozialen und technischen Praktiken umstritten: Nach Homoehe und Regenbogenfamilie werden Social Freezing, Inzestverbot und Polyamorie diskutiert. Der Streit betrifft nicht nur die Liberalisierung und rechtlichen Anerkennung der sozialen Rollen, er umfasst auch Fragen der Legitimität des technisch Machbaren. Wo liegen die Grenzen von Ehe und Familie, und wie sollen wir mit den Konflikten umgehen?
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