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INTERVENTION - Samstag 12. März 2016

Zur Verteidigung der Republik


Die deutsche Gesellschaft steht unter Druck. Flüchtlingskrise, Terrorangst und weitere Herausforderungen haben zu einer tief greifenden Verunsicherung geführt. Zwar sind vielfach große Solidarität und Bereitschaft, etwas auf sich zu nehmen, zu spüren. Zugleich bringen als bedrohlich wahrgenommene Entwicklungen auch Ängste und Aggressionen hervor; sie lassen eine Spaltung der Gesellschaft und weitere Radikalisierungen befürchten. Diese Vertrauenskrise betrifft nicht nur die Politik, sondern auch Medien, Wirtschaft, Justiz und Wissenschaft. Diese und andere gesellschaftliche Akteure müssen sich nach ihren Antworten auf die aktuellen Herausforderungen fragen lassen. Die Frühjahrsintervention der Römerberggespräche fragt mit und will diskutieren, wie die Zukunft der Gesellschaft konzipiert und gestaltet werden kann: Was bedeuten in diesen Zeiten Gesellschaft und Nation; welcher Idee soll unser Idealismus gelten? Was ist der Grenzwert dessen, was wir aushalten können? Oder anders gesagt: Wie schaffen wir das?


43. RÖMERBERGGESPRÄCHE - Samstag 26. Sep. 2015

#43 - Heilige Familie


Lange Zeit wurden Ehe und Familie als Grundpfeiler der bürgerlichen Gesellschaft angesehen. Die Rollen und ihre Besetzung schienen fixiert, echte Alternativen kaum verfügbar. Der Fortschritt der Reproduktionsmedizin und der sozialethische Wandel haben die traditionalen Bilder in Frage gestellt – und sie erzeugen neue Konflikte. Die gesellschaftlichen Rollen und wirtschaftlichen Funktionen sind längst nicht mehr selbstverständlich. Stattdessen erscheinen neue Möglichkeiten sozialer Verbindungen, die unsere Natürlichkeitsvorstellungen herausfordern. Zugleich bleiben Ehe und Familie als normatives Modell begehrenswert. Derzeit ist eine Vielzahl von sozialen und technischen Praktiken umstritten: Nach Homoehe und Regenbogenfamilie werden Social Freezing, Inzestverbot und Polyamorie diskutiert. Der Streit betrifft nicht nur die Liberalisierung und rechtlichen Anerkennung der sozialen Rollen, er umfasst auch Fragen der Legitimität des technisch Machbaren. Wo liegen die Grenzen von Ehe und Familie, und wie sollen wir mit den Konflikten umgehen?


INTERVENTION - Samstag 25. Apr. 2015

Der Islam


"Der Islam gehört zu Deutschland" – dieser Satz, der mittlerweile zum Repertoire aller Parteien links der CSU gehört, ist weniger die Beschreibung eines Zustands als die Markierung einer Herausforderung: Ist der Islam mit hergebrachten Vorstellungen einer „Bürgergesellschaft“ vereinbar – oder ist schon die Frage falsch gestellt? Fordert der Islam das tradierte Selbstverständnis der deutschen Mehrheitsgesellschaft heraus? Muss dieses Selbstverständnis angesichts der Zunahme von Migration neu gefasst werden? Die Römerberggespräche möchten nach Erfahrungen, Chancen und Risiken fragen und auch die Ängste auf beiden Seiten erkunden. Teilnehmer: Friedrich Wilhelm Graf, Eren Güvercin, Johanna Pink, Gudrun Krämer, Khola Maryam Hübsch, Thomas Mücke, Samuel Schirmbeck, Lamya Kaddor – Moderation: Alf Mentzer